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Bataille tekst
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Ontologisches Kino
Waarschuwing: |
Marcus
Steinweg Jenseits der Grausamkeit? |
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De wreedheid voorbij? |
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Antonin Artaud Alles, was handelt,
ist eine Who am I? It has not been
definitively proved that the language of words is the best possible
language.
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Der Körper der Grausamkeit
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Fascinatie van de uitersten
Alleen hetgeen zich als waarde uitwisselt is fascinerend: sex, dood, waanzinen geweld. Daarom wordt dat overal onderdrukt. |
Die
Faszination des Äuszersten, die sich mit der "Anrufung der Grausamkeit
und des Schreckens" verbindet,
dessen, was
genau genommen schon jenseits des Äuszersten und Möglichen liegt,
indem es sich der Vereinnahmung durch die Ökonomie widersetzt, wäre
eine Definition des Faszinosums selbst. Der Gegenstand" der Faszination
(ihr Zielpunkt) ist ein absolut Äuszerstes, das als Störung
der gewohnten Gewaltökonomie die Grenze von Ökonomie im allgemeinen
anzeigt, ohne selbst geregeltes Element einer ökonomischen Operation
zu sein: "Allein was sich nicht als Wert austauscht, ist faszinierend:
Sexus, Tod, Wahnsinn und Gewalt, deshalb werden diese überall unterdrückt.10)
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Ieder woord is fysiek |
Niemand
hat der Direkt-Affektion des Fleisches eine präzisere Sprache gegeben
als Artaud. Keiner war sich so sehr der Schmerzhaftigkeit eines solchen Ereignisses bewuszt, dass vom Dichter, um ein Minimum an Authentizität und Glaubwürdigkeit zu erzielen, die schon unmenschliche Artikulation einer auto-affektiven Grausamkeit verlangt, indem er sich mit der Sprache des eigenen Zusammenbruchs gegen sich selbst bewaffnen musz: "Jedes Wort ist physisch, affiziert unmittelbar den Körper' 12), zersetzt und entzündet den Körper der Grausamkeit, bringt ihn gegen sich auf: Artaud wird dem System der Grausamkeit zu einer groszartigen Entfaltung verhelfen, zu einer Schrift aus Blut und Leben, die sich der Schrift des Buches entgegensetzt -wie die Gerechtigkeit dem Gericht -und eine wahrhafte Umkehrung des Zeichens bewirkt.13) Gegen die geregelten Funktionen der Sprache, ihren operationalen Sinns und seine semantischen Aktivitäten, kommt es zu Quetschungen der Sprache selbst. Artaud hat diesen Verletzungen seine Stimme gegeben: "ich schreibe nur, was ich körperlich Masz für Masz und Punkt für Punkt in meinem ganzen Körper erlitten habe", sagt er in einem Brief vom 10. September 1945 an Paulhan. An die Stelle der Iregulären Grammatik tritt eine in sich zerrissene, aber in gewisser Weise funktionsfähige und in diesem Sinn intakte Tonleiter, ein anderes, dem Fleisch und ~ seinen aggressiven Affekten entsprechendes Gesetz. |
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| Die gewaltsame
Reduktion des Subjekts auf das "nackte Fleisch", der Raub der
symbolischen, gesellschaftlichen und rechtlich-politischen Integrität,
die Durchlöcherung des personalen und leiblichen Seins, lassen das
Fleisch und die stumme, nichtfunktionale und sinnlose Organizität als
eine Art grausame Konkretion des reinen und völlig schutzlosen Subjekts
erscheinen.14) Es gibt eine Form der Brutalität, die sich, indem sie die Vernichtung der symbolischen Integrität bezweckt, im zerstörten Antlitz des Opfers unerwartet selbst begegnet. Der geschundene Mensch antwortet im Augenblick seiner Reduktion auf das Fleisch mit der Präsenz eines sinn- und funktionslosen Körpers, der entleibten und stummen Fleischlichkeit des Opfers, die als eine Art Widerstand des Realen dem Subjekt der Grausamkeit die eigene Substanzlosigkeit präsentiert. Die Substanzlosigkeit des Subjekts tritt im Augenblick seiner Vernichtung als sein einziger verläBlicher Gehalt hervor. Auf der Ebene dieser universalen Substanzlosigkeit bricht das System der Gewalt -das Gesellschaftssystem und seine Ökonomie der Gewalt -zugunsten einer exzessiven Grausamkeit zusammen. Für einen Moment trim die roheste und unerträglichste Grausamkeit des Tätersubjekts auf den nackten Widerstand einer (gewaltsam) entpersonalisierten und sogar entkörperlichten Existenz. |
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| Grausamkeit
ist Aussetzen der Ökonomie, das Fleisch selbst anökonomischer,
jeder Sinnhaftigkeit entzogener Punkt. Man könnte van der absoluten
Dichte oder Opazität des Fleisches sprechen, von 'der epoché
des Sinns im Reisch.. Nicht als methodisches Ereignis oder phänomenologisches
Stratagem, sondern als sinnlose "Materie", die das (menschliche)
Herz sein kann, wenn es seiner symbolischen Funktion als "Organ der
reinen Präsenz" 15) entrissen und nicht
einmal mehr animatlisches organon, vitaler Muskel ist, sondern das Zittern des Realen selbst: "Das Fleisch hat noch keine testen Formen angenommen, es verharrt in einer Art vorontologischem Zustand, als sei es 'zerschmolzen' urd einer anamorphotischen Deformation unterzogen worden." Das Entsetzten, das von ihm ausgeht, ist Entsetzen vor dem "pulsierenden Zittern von enthäutetem Fleisch."16) |
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In
de beleving van de afwezigheid van enige zinvolheid, is zelfs een eenvoudige
handdruk een onmogelijkheid geworden
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Wie mit dem Fleisch
fertig werden, mit der furchterregenden Realität eines Zuviel an
Fleisch, eines sinnlosen Überschusses, den kein Akt der Gewöhnung
amortisiert? |
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Ik
zie mijn hand die op tafel ligt.
Hij leeft, hij is ik. Hij opent zich, de vingers spreiden zich, hij ligt op zijn rug en toont zijn dikke buik. Hij ziet uit als een gevallen dier, de vingers zijn de poten. Ik hep er plezier in ze vlug te bewegen zoals de poten van een kreeft die op zijn rug gevallen is. De kreeft is dood, de poten krommen zich over de palm van mijn hand. Ik zie mijn nagels, het enige aan mij dat niet leeft. Mijn hand draait zich om, ligt plat op zijn buik op de tafel en toont zijn rug. Een zilveren rug, bijna zoals van een vis, ware het niet dat er rode haartjes bij mijn knokkels zijn. Ik voel mijn hand. Deze beide dieren, die aan het eind van mijn arm bewegen, dat ben ik. |
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Geworden als een stuk
vlees of een witte worm is de hand nutteloos.
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Zu
einem Klumpen Fleisch oder zu einem weissen Wurm geworden, wird die Hand
unbrauchbar. Roquentin erlebt die Nutzlosigkeit der Hand als Sinnlosigkeit aller Gesten und Rituale, die mil ihr verbunden sind. Das System der Hand hat seine Überzeugungskraft verloren. Es ist die Hand selbst, ihr schlichtes Existieren, das dieses System ins Schleudern bringt. Der Konflikt zwischen der Arglosigkeit der symbolischen Begrüszung und dem faktischen Erlebnis der nackten und sinnlosen Berührung zweier Hände, wird zum Konflikt der "Humanität als solcher", die einen absoluten, gewissermaszen vorwillentlichen Widerwillen offenbart: die Diskretion des Fleisches als Erfahrung der Entkleidung und Nacktheit jenseits der Scham ("Im nackten Fleisch, so könnte man sagen, rutscht der Leib von den Knochen herab...20) Erfahrung des Fleisches, die auch Erfahrung der Einsamkeit und Verlassenheit ist: "Ich habe keine Freunde", sagt Roquentin zu sich, "ist deshalb mein Fleisch so nackt? Eine unbelebte Natur (la nature sans les hommes) -ja, so könnte man es nennen.21) In dem Augenblick, in dem das Subjekt das System der Hand verläszt um sich als Exkrement des Systems wiederzufinden, in dieser befremdlichsten aller Zeiterfahrungen einer gewissermaszen angehaltenen oder aus den Fugen geratenen Zeit, wird die Verlassenheit des Subjekts Struktur, indem sich das Subjekt als Subjekt der Verlassenheit auffällt, als monströse Figur einer Verrücktheit und der ungeordnetsten und verschwenderischsten Gewaltsamkeit als die das cogito und die Vernunft im allgemeinen, wie Derrida gezeigt hat, unaufhörlich existiert. Die Intimität des Subjekts mit sich zerreiszt es, anstatt es sich auf sich hören zu lassen. Das Subjekt verhört sich (oder hört sich nicht) im Moment der Konstitution des symbolischen Hörens auf die Stimme der Vernunft oder des Gewissens und die Autorität der transzendentalen Gemeinschaft des sozialen Gehörs. Als ob sein Ohr mit seiner Zunge zu dem selben Stück Fleisch verwachsen wäre, als ob das Ohr die Zunge verschlänge, bevor sie sich artikulieren kann, erfährt das Subjekt diesen Moment als einen Taumei, der der Organisation der Organe widersteht. Wenn Zizek Recht hat, indem er feststellt, "dasz die sogenannte menschliche Würde auf dem dringenden Bedürfnis beruht, ein Minimum an schutzgewährendem Schein autrechtzuerhalten" 22), dann ist das Fleisch würdelos. Es wäre der Name für die absolute Würde- und Schutzlosigkeit des existentiellen Faktums, die die Unmöglichkeit als solche darstellt, sofern sie den Ort des ursprüngllchen Widerstreits zweier Affekte ausmacht: der idealischen Mediatisierung der "Materie" durch den "Geist' und der naturalen Affektion des "Geistes" durch die "Materie". Das ist der Ort der Grausamkeit, eines unkontrollierten, der Ökonomie der Gewalt entzogenen Exzesses. Eine auszerordentliche Grausamkeit ist nötig, das Subjekt von seiner Menschlichkelt (von dem Schutz versprechenden Teil seiner Menschlichkeit, der seilne Würde garantierte) zu lösen, um die Stelle der unmenschllchsten Silnnlosilgkeilt zu enthüllen, die gleichzeitig das Element der Idee des Menschen und seiner Humanitas ist. Deshalb zerstört das Subjekt, indem es diese Form der Grausamkeit ausübt, immer auch sich selbst. Es legt den Schutz seiner symbolischen Funktion ab, verliert sich als Subjekt, um im Akt einer nicht-ökonomischen Grausamkeit die eigene Wesensleere zu berühren und im Exzesz der Gewalt einen schrecklichen repetitiven Selbsthass zum libidinösen Operator der Vernichtung zu machen. Während das Opfer in den grausamen Exzessen bis zur Empfindungs- und Eigenschaftlslosigkeit geschunden wird, erhält sich das Subjekt der Grausamkeit, obwohl es im Akt der Zerstörung gewissermaBen aus der Ordnung der Menschlichkeit (d.h. der Ökonomie der Gewalt) heraustritt, jenes Minimum an libidinöser Potenz, die es ihm ermöglicht seine Unmenschlichkeit in Genieszen (jouissance) zu verwandeln und dergestalt zu reterritorialisieren. Einzig das Opfer ist wirklich exzessiv. Seine entsubjektivierte Ohnmacht ist den noch auch Ohnmacht des grausamen Subjekts in seiner gestörten (ökonomischen) Referenz auf die Subjektivität im allgemeinen, die ein Name für die letztgültige Asignifikanz des Fleisches ist. Eine Ontologie der Grausamkeit müsste den komplizierten ontologischen Status des Fleisches (das Fleisch ist das Auszerhalb und die Grenze der Ontologie) jenseits der einfachen Opposition van Materialität und Idealität zu denken versuchen. |
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| Das Fleisch
wäre ein Ereignis, das man jenseits der Bestialität zu denken
versuchte. Die Grausamkeit des Subjekts unterscheidet sich van der tollwütigen Animalität, indem sie alle Sinnlosigkeit für sich beansprucht. Der naturale Sinn (gesetzt das Tier' gehört in die Natur'), auch wenn er als Ergebnis einer retroaktiven Steuerung des Subjekts auftritt, wahrt seine eigene Logik (der Reproduktion der Gattung durch Sexualität und Ernährung). Man musz diese Logik nicht auf das vereinfachte Bild vom Kreislauf der Natur' usw. reduzieren, um einen einigermaszen gesicherten Eindruck van der psycho-mechanischen Sinnhaftigkeit gewisser Abläufe zu isolieren. Die Grausamkeit des Subjekts ist transnatural und transanimalisch, insofern sie die Ökonomie des Sinns unterbricht ohne dieser Unterbrechung eine mindestens verzögerte Sinnhaftigkeit zu garantieren. Während Deleuze in seiner Auseinandersetzung mit Francis Bacon, in einer detaillierten und keineswegs überraschenden Bewegung zur Apotheose des Tieres und der nackten Animalitas " aushohlt, könnte man darauf bestehen, den Abgrund des Subjekts, die Subjektivität selbst, als Transzendenz des Tieres auf das Fleisch zu interpretieren, d.h. auf die nicht-animalische Intransparenz der Materie als Null-Punkt des Sinns. Das Subjekt ist als Subjekt kein animal. Sein Subjektsein entfernt es von der "Vital-Basis" (Gadamer) ohne es endgültig van ihr zu trennen: "Subjektivität kann sich selbst nur dadurch behaupten, dass sie eine Distanz zu ihrer Grundlage gewinnt, die niemals vollständig 'aufgehoben' werden kann."23) Dennoch entscheidet sich alles an dieser Distanz, an der Modalität der Selbst-Diskretion, die, nachdem sie die Abständigkeit des Subjekts vom "Leibhaften" und vom "Leben" bezeichnet, den Exzesz des Fleisches artikuliert. Das Fleisch löst sich vam Subjekt, wie das Subjekt sich aus dem Fleisch schält, um Organismus, Körper und Überschreitung der einfachen Animalitas zu sein. Die Differenz van Mensch und Tier ist vielleicht unentscheidbar. Aber sie ist als solche eine Realität, die einen eigenen Begriff erfordert. Im menschlichen Subjekt offenbart sich womöglich eine andere fleischliche Strömung. Während das Tier zum Körper betet, huldigt das Subjekt dem Fleisch. Van der religiösen Fleischvergessenheit des Tieres (jedem Vitalismus und der Animalität selbst sind religiöse Praktiken eingeschrieben), kann man die areligiöse Leibvergessenheit des Subjekts unterscheiden. Das Fleisch des Subjekts (das Subjekt ist Subjekt des Fleisches) artikuliert sich anders. Es entrückt das Subjekt im Verhältnis zu sich und Iseinem Körper: das Subjekt ist Ereignis dieser Entrückung, die auch eine Art Verlust seiner Organe und des sie verwaltenden Organismus ist. Während der leibliche Körper die Organisation der vitalen Funktionen leistet, rückt seine Fleischlichkeit als eine Art von Widerstand dazwischen. Das Fleisch ist stumm und beharrlich und im Ausmasz seiner Bewusztlosigkeit auch effizient. Wenn das korporale System an seine Grenzen stöszt und abzustürzen beginnt, kann man sicher sein, dasz man es mit einer Intervention des Fleisches zu tun hat. Der Körper ist schon Fluchtereignis, ein Ordnungssystem, das dem Fleisch Form gibt und Sinn aufnötigt, indem es ihm Funktionen und Signifikanzen einschneidet und es einer gewissen Logik der Zweckmäszigkeit unterstellt. |
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| Kann es
einen "organlosen Körper" 24) geben
als Produkt der Verweigerung das Reale des Fleisches der Realität des
Körpers zu opfern, eine "Hand, die das Organ des Begreifens selbst
würde"25)? Wie verhält sich dieser
andere Körper zur Grausamkeit? Was bedeutet Verantwortung angesichts
einer maszlosen Verausgabung, die Berührung des Realen ist? Man hätte
Lust das "undifferenzierte, amorphe Flieszen"26),
das Deleuze und Guattari dem organlosen Körper zuschreiben,
als Erfahrung Roquentins wiederzugeben, in dem Moment in dem die Erfahrung
des Realen und seiner vermeintlichen Würdelosigkeit im Akt einer überraschenden
Affirmation in die Erfahrung einer gewissen prä-ontologischen Würde
der nackten Ontizität (einer Art erträglichen Leichtigkeit des
Seins) umzuschlagen scheint: "Ich existiere. Süsz ist das, so
süsz, so träge. Und leicht -man könnte meinen, es hält
sich von allein in der Luft. Es bewegt sich. Überall ein leichtes Berühren,
es schmilzt dahin, vergeht. Milde, ganz milde. Ich habe schaumiges Wasser im Munde. Ich schlucke es, liebkosend gleitet es mir durch die Gurgel- aber da ist es schon wieder, bildet sich neu in meinem Munde, ich habe jetzt ewig ein kleines, unaufdringliches Wässerchen im Munde, das meine Zunge zart berührt. Und dies Wässerlein -das bin auch wieder ich. Und die Zunge, und die Gurgel- das bin ich.27) Vielleicht markiert dieser zweite verflüssigte Körper die Transzendenz der Grausamkeit des ontischen Faktums auf die Würde. Auf jene kantische Würde, die jenseits der ökonomischen Äquivalenz, das absolut Schützenswerte ist. Das ontische Faktum, anstatt nahezu nichts zu sein, verwandelte sich als solches in den irreduziblen Reichtum dessen, was keinen Preis haf und deshalb eine absolute Kostbarkeit ist.26) |
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| 1)
Antigone ist omós. sagt der sophokleische Chor. Was Lacan mit inflexibel
übersetzt und was zunächst roh, also ungekocht, aber auch wild
und grausam, schonungslos, unnachgiebig und unzivilisiert heiszt. Vgl. Jacques
Lacan. Das Seminar Buch VII: Die Ethik der Psychoanalyse, Weinheim/Berlin
1996, S. 3161. 2) Jacques Derrida, Die unbedingte Universität, Frankfurt a. M. 2001, S. 18. 3) Ich trage mich, ob van hier aus eine Engführung dieser ontologischen oder Quasi-ontologischen Unbedingtheit ohne Macht und Vermögen mit Heideggers gewaltloser Herrschaft der physis denkbar wird. Heideggers Ereignis (Seyn oder physis) ware dieses unentscheidbare Schwanken zwischen absoluter Gewalt und absoluter Gewaltlosigkeit. In Besinnung gibt es dieses eigenartige Zögern Heideggers: .In trüheren Ûberlegungen ('Beiträge') ist van der Entmachtung der physis die Rede. Also anfänglich und eigentlich 'Macht' -inwietem?" Nachdem er die .Entmachtung der physis", d. h. die Beschränkung ihrer vollen Wesung durch den Logos, an den Anfang (oder als Anfang) der Philosophie setzt, fragt sich Heidegger, was denn diese entmachtete .Macht" der physis sei: die achtlosigkeit, sagt er. Die .Entmachtung der physis" soli die Entmachtung der Machtlosigkeit sein. Hier schwenkt Heidegger emeut in die Bahn eines ontologischen Irenismus, der schon in Sein und Zeil die Erschlossenheit (Offenbarkeit) als Aaum der Widerstands- und Gewaltlosigkeit bestimmt. Einerseits ist Derridas Dekonstruktion als Dekonstruktion dieser (idealischen) Gewaltlosigkeit aufgetreten (vgl. zum Beispiel De la Grammato/ogie und Violence et métaphysique). Andererseits ist sie .verrückt nach Gerechtigkeit" (Force de 101), nach einem (gewaltlosen) .Gesetz" jenseits des Gesetzes (ader des Rechts). Sie ist die Unentscheidbarkeit, der Konflikt ader Krieg van Gewalt- und Gewaltlosigkeit, ihre strittige Simultanität. Vgl. Martin Heidegger, Besinnung, Gesamtausgabe Bd. 66, Frankfurt a. M. 1997, S. 187ft. 4) Ebd. S. 131. und S. 20. 5) Jacques Derrida, Seelenstände der Psychoanalyse. Das UnmögJiche jenseits einer souveränen Grausamkeit, Frankfurt a. M. 2002, S. 13. DerFranzösische Untertitel läszt die Unentscheidbarkeit zwei er Lesarten zu: 1. Das Unmögliche jenseits einer souveränen Grausamkeit, 2. Das unmögliche Jenseits einer souveränen Grausamkeit. 6) Antonin Artaud, Das Theater und sein Double, München 1996, S. 901.7) Zit. nach: Elena Kapralik, Antonin Artaud, München 1977, S. 275f. 8) "Das Theater/ist der Zustand,/der Ort,!/die Stelle,/wo die menschliche Anatomie begritten/ und durch diese das leren geheilt und regiert werden kann." -A. Artaud, letzte Schriften zum Theater, in ders.,Schlusz mil dem Gottesgericht. Das Theater der Grausamkeit, München 1993, S. 77. 9) Gilles Deleuze, Ditferenz und Wiederholung, München 1992, S. 244f. 10) Jean Baudrillard, Der symbolische Tausch und der Tod, München 1991, S. 78. 11) Antonin Art1aud, Fragmente eines Höllentagebuchs, a.a.O., S. 109. 12) Gilles Deleuze, Logik des Sinns, Frankfurt a. M. 1993, S. 116. 13) Gilles Deleuze, Kritik und Klinik, Frankfurt a. M. 2000, S. 174. 14) Vgl. Giorgio Agamben, Homo Sacer. Le pouvoir souverain et la vie nue, Paris: Seui11997. Während Agamben die reduktionistische Gewalt als Entsubjektivierung auffaszt, kann man mit Zizek darauf bestehen, den entsubjektivierten .Rest", als das Reale der Subjektivität selbst zu identifizieren. 15) Jacques Derrida, Grammatologie, Frankfurt a. M. 1993, S. 428. 16) Slavoj Zizek, Grimassen des Realen, Köln 1993, S. 144. 17) Man müszte an dieser Stelle die Hoffnungen und Anstrengungen Gelans und Levinas' würdigen, im .Händedruck" die transsymbolische und transontologische Präsenz des Anderen zu empfangen. Vgl. Emmanuel Lévinas, Eigennamen, München/Wien 1988, S. 56. 18) Das Verhältnis van Monstrosität, Hand und Humanismus etc., untersucht Derrida in: Jacques Derrida, Heideggers Hand (Geschlecht 11), in ders., Geschlecht (Heidegger), Wien 1988. 19)Jean-Paul Sar1re, Der Ekel, Hamburg 1965, S. 107. 20) Gilles Deleuze, Francis Bacon. Logik der Sensation, München 1995, S. 20. 21) Jean-Paul Sartre, Der Ekel, a.a.C., S. 24. 22 Slavoj Zizek, Das fragile Absolute, Berlin 2000, S. 87. 23 Slavoj Zizek. Die Tücke des Subjekts. Frankfurt a. M. 2001, S. 367. 24) Vgl. Antonin Artaud, SchluB mit dem Gottesgericht. Das Theater der Grausamkeit. Letzte Schriften zum Theater, München 1980, S. 29. 25) Antonin Artaud, Der Nabel des Niemandslands, in ders., Frühe Schriften, a.a.D., S. 48. 26) Gilles Deleuze/Félix Guattari, Anti-Odipus. Kapitalismus und Schizophrenie I, Frankfurt a. M. 1977, S.15. 27) Jean-Paul Sartre, Der Ekel, a.a.D., S. 107. 26) Vgl. Jacques Derrida, Über das "Preislose" ader The Price is Right in der Transaktion, Benin 1999, S.22. |
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